GMC 16: Interview mit Niklas Stolze

Am 01. September findet in der Kölner Lanxess Arena die German MMA Championship 16 (GMC) statt mit dem ersten Promi-MMA Kampf von Thorsten Legat und Dominic Harrison. GMC steht für hochkarätigen Kampfsport, dort treffen die besten Kämpfer Deutschlands auf internationaler Herausforderer. Im Weltergewicht kommt es zu einer der spannendsten Matches des Abends, wenn der Magdeburger Niklas Stolze auf Ozan Aslaner aus Paderborn trifft.

 

Stolze ist die aktuelle Nr. 10. Er hat zwei Jahre in der englischen Organisation BAMMA gekämpft, jetzt kommt er zurück nach Deutschland. Vor dem Kampf bei GMC 16 hat er noch ein Match in Tschechien. Der Magdeburger vom LaOnda bereitet sich auf seine Kämpfe u.a. im Straight Blast Gym in Irland vor, wo u.a. auch Trainingspartner von Conor McGregor war.

Du hast Dich im letzten Jahr im Straight Blast Gym mit Conor McGregor Coach John Kavanagh und Sergey Pikulskiy vorbereitet. Steht das dieses Jahr auch wieder an?

Aktuell bin ich erstmal in Deutschland,  Jessin Ayari und Benjamin Brinsa, zwei gute Freunde, werden mir beim Sparring helfen. Für den Ozan Kampf flieg ich wieder nach Dublin ins Straight Blast Gym. Da Conor McGregor dann auch in der Vorbereitung ist, werden da die besten Trainingspartner der Welt da sein.

Du warst schon Trainingspartner von Conor?

Ich war bei seiner Vorbereitung auf Nate Diaz II im Gym und hab ihm beim Sparring geholfen. Sobald Conor ins Gym kommt und seine Sportsachen anzieht, ist er einer von uns und dann wird er auch behandelt wie einer von uns. Da gibt’s keine Extra-Wurst. Natürlich darf er seine Partner zum Rollen und BJJ aussuchen, aber ansonsten macht er die gleichen Sachen, die gleichen Rundenzeiten, die gleichen Techniken wie wir. Da ist er auch eine supergute Motivation, denn alles was er macht, sieht super gut aus. In meinen Augen ist er das größte Vorbild für die europäische MMA Szene. Er hat uns allen gezeigt, wie das Business funktioniert und dazu kann man nur aufschauen.

Es ist schon interessant mit ihm zu rollen. Er sucht sich seine Partner natürlich aus, er rollt nicht mit fremden Leuten, weil er Angst vor Verletzungen hat. Aber wir kennen uns und er weiß, dass ich recht smooth bin und kein Wettkampfgefühlt habe oder ihn unbedingt dominieren muss, wenn ich mit ihm trainiere. Einmal als er mich als Partner ausgesucht hat, war mein Coach Sascha Poppendieck gerade zu Besuch. Ich werde es nie vergessen, wie es einfach nicht glauben konnte und den Mund nicht zubekam.

Wie muss man sich das Training des weltweit größten MMA Superstar vorstellen?

Conor ist natürlich ein spezieller Mensch, was sein Training betrifft. Der hat ein ganz bestimmtes System, was nur auf ihn angepasst ist. Manchmal trainiert der um 5 Uhr morgen, dann um 13.00 und dann abends um 23.00 Uhr nochmal. Es sind halt Trainingszeiten außerhalb der Trainingszeiten, die für ihn angepasst werden. Ich will jetzt nicht spoilern, aber ich denke mal, er wird gegen Khabib kämpfen Ende des Jahres und da bin ich der falsche Körpertyp fürs Sparring.

Ringen und Grappling machen wir schon zusammen, aber für die ganzen Einheiten, die er speziell für den Körpertyp Nurmagomedov macht, bin ich nicht dabei. Ich bin viel größer als Khabib und kämpfe in einer anderen Gewichtsklasse und hab auch nicht die ringereschen Fähigkeiten, um ihm da helfen zu können.

In Sachen Business und Vermarktung kann man von Conor mehr lernen, als von jedem anderen. Er ist einer der besten und erfolgreichsten Business-Männer. Ich hab ihn hinter den Kulissen und ohne Kameras kennengelernt und ich weiß, dass er sich einfach nicht verstellt. Er ist ein Proll, vielleicht auch ein kleiner Punk, der über die Stränge schlägt, aber genau das ist er auch vor der den Kameras. Zu seinen Freunden und Trainingspartnern ist er super hilfsbereit und loyal und mega zuvorkommend. Da kann man einfach nur von lernen. In der MMA Szene verstellen sich viel, um Anerkennung zu gewinnen. Ich denke, jeder sollte so sein, wie er ist und nicht probieren, sich ein Image aufzubauen.

Ggf. raus: Mit welchen Trainern bereitest Du Dich in Deutschland vor?

Hier arbeite ich seit einer Weile mit Dirk Dzemski zusammen, der ist wieder am Start. Dann hab ich natürlich Sascha Poppendieck, der hier im Osten eine Kickbox-Legende ist und auch Weltmeister, der mich auch extrem gut vorbereitet. Unser Netzwerk hat sich in den letzten Monaten sehr stark ausgebaut. Ich hab guten Draht zu den Planet Eater Jungs, ich kann mit Peter Sobotta trainieren, wenn ich möchte, zu dem Hammers Team von Jessin Ayari, mit dem kann ich jederzeit trainieren. Ich hab Kontakt zum Imperium Fight Team – da stehen mir viele Optionen offen. Dann noch das SBG – ich bin zu 100 % top vorbereitet für den Kampf.

Vor GMC 16 kämpft Du am 28.07. noch einmal gegen Jan Janka in Tschechien. Ist dieser Kampf auch eine Art Trainingscamp für Dich?

Es wäre arrogant von mir zu sagen, dass es ein Testlauf ist. Der Ozan-Kampf war noch gar nicht im Gespräch, als Octagon7 Interesse geäußert hat, mich gegen einen ihrer Top-Leute kämpfen zu lassen. Jan Janka ist auf Platz 6 gerankt in der Tschechei. Der kommt nach vorne, macht richtig Druck und hat auch Bock auf richtige Kämpfe. Der nächste Kampf ist immer der wichtigste Kampf und der nächste Kampf ist Jan Janka am 28.08. Wenn ich das Ding durchhabe, mache ich einen Tag Pause, dann geht’s zurück ins Gym und dann ist der nächste Kampf Ozan Aslaner.

Wieso machst Du zwei Kämpfe in so kurzer Zeit?

Ich komme ja aus dem Kickboxen, da habe ich teilweise jedes Wochenende gekämpft und 10-12 Kämpfe im Jahr gemacht, von daher ist das keine große Belastung für mich. Der MMA Sport ist natürlich viel facettenreicher und dadurch muss man mehr trainieren und hat mehr Bereiche abzudecken, aber das Trainingspensum ist eh immer hoch. Ich acker jetzt den Sommer durch, mach die zwei Kämpfe und dann kann ich mich bis Jahresende ausruhen.

Wie schätzt Du Deinen Gegner Ozan Aslaner ein? Im Ranking ist er einen Platz vor Dir.

Eins kann ich sagen: Nach dem Kampf ist er im Ranking definitiv hinter mir. Das ist ein junger Bursche, der sich nach oben kämpfen will und auch schon in einigen Kämpfen gezeigt hat, was er kann, aber hat bisher bis auf Selim Agaev nur eindimensionale Gegner gekämpft. Selim kann gut striken und gut ringen und den Kampf hat er verloren. Gegen mich wird es nicht anders laufen. Ich kann gut grappeln und ringen, mein Jiu Jitsu wird immer besser, mein Striking wird immer akkurater. Im SBG hab ich jetzt schon gute Sparringspartner zugeteilt bekommen – da wird schon ein ganz schönes Feuerwerk abgebrannt.

Ihr seid beides gute Standkämpfer – können wir uns auf einen Kampf im Stand freuen?

Das wird definitiv ein Kampf im Stand. Von mir wird Ozan keinen Takedown erleben. Wenn er shooten will, soll er machen, meine Takedown-Defense ist akkurat.  Der einzige, der es bisher geschafft hat, mich zu Boden zu bringen, war Johannes Grebe und den hab ich dann getappt. Es wird ein Kampf im Stand. Wir werden uns in der Mitte treffen und dann wird ausgemacht, wer der härtere von uns beiden ist.

Was ist Deine Kampfprognose?

Ich denke, ich werde ihn schwer treffen und dass der Kampf definitiv nicht über die Runden gehen wird. Ende der  zweiten/Anfang der dritten Runde wird er mit den Schlägen und dem Druck von mir nicht mehr klarkommen und wird dann auch schnell einsehen, dass es noch zu früh ist, Leute wie mich zu kämpfen.

Was sind Deine nächsten Ziele?

Danach werde ich erstmal Urlaub machen und mich um meine Familie kümmern. Wir sind aber auch gerade dabei, ein paar neue Strukturen in der Stadt festzulegen, ein paar Gyms zusammenzuziehen und was Großes aufzubauen. Ich werde mich 1-2 Wochen ausruhen und dann geht’s zurück ins Gym.

Published
Categories GMC 16
Views 374